Abteilung Grünland und Futterbau/Ökologischer Landbau

Silomais Direktsaat in Dauergrünland – Reduktion potentieller negativer Umwelteffekte

Die Anbaubedeutung von Silomais als Futtermittel oder Rohstoff für die Biogaserzeugung hat in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der Anstieg der Anbauflächen, bedingt durch die Intensivierung in der Milchviehhaltung und der zunehmenden Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen, ging in den letzten Jahrzehnten einher mit einer Änderung der Flächennutzung zu Ungunsten von Dauergrünlandflächen.

Der gesetzlich vorgeschriebene Erhalt von Dauergrünlandflächen dient der Einhaltung von EU-politisch vorgeschriebenen Umwelt- und Klimaschutzzielen. Zum einen resultiert eine Änderung der Flächennutzung auch bei bedarfsgerechter Düngung in einem erhöhten N-Auswaschungspotential unter Silomaisanbau im Vergleich zu schnittgenutztem Grünland, sodass die Einhaltung der Zielvorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie kritisch zu bewerten ist. Zum anderen stehen die als Folge des Extremfalls „Grünlandumbruch“ auftretenden Treibhausgasemissionen in Form von CO2, N2O und CH4 im Gegensatz zu den EU-Klimaschutzvorgaben. Die durch den Umbruch induzierte Mineralisation von organischer Substanz und die daraus resultierende Freisetzung von CO2 aus dem Boden führt in Kombination mit dem darauffolgenden Anbau von Silomais als humuszehrende Kulturart dazu, dass eine ausgeglichene Humusbilanz der Flächen nur schwer erreichbar ist. Als umweltschonendere Alternative zur konventionellen Mais-Aussaat nach Pflugeinsatz wird die Direktsaat in vorher mit Glyphosat behandelte Grünlandbestände betrachtet. Durch den Herbizideinsatz soll der Unkrautdruck für die auflaufenden Maispflanzen minimiert werden, gleichzeitig soll die Bodenbedeckung der abwelkenden Pflanzen für reduzierte Erosions-, Emissions-  sowie Nährstoffauswaschungsgefahr sorgen. 

Diese potentielle Reduktion negativer Umwelteffekte soll in einem Feldversuch auf dem Versuchsgut Hohenschulen untersucht werden. Im Rahmen der zweijährigen Datenerhebung (2015, 2016) sollen nach einmaligem Umbruch eines 10-jährigen Dauergrünlands Veränderungen des Bodenkohlenstoffgehalts, der Treibhausgasemissionen und Nitrat-Sickerwasserfrachten sowie verschiedene ober- und unterirdische Zuwachs- und Ertragsparameter der Maispflanzen in den zwei Varianten „Pflug“ und „Direktsaat“ erfasst werden. In dem Versuch bleiben neben den Parzellen mit Maisaussaat nach Pflugeinsatz und der Maisaussaat nach Glyphosat-Einsatz schnittgenutzte Grünlandbestände als Kontrolle erhalten. Als weiterführende Versuchsfrage wird ein Teil dieser verbleibenden Grünlandparzellen genutzt, um die Effekte von Nachsaatverfahren im Hinblick auf die oben genannten Parameter zu untersuchen.

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