Abteilung Grünland und Futterbau/Ökologischer Landbau

Getreideganzpflanzen

Modellierung von Ertragsbildung und Qualitätsentwicklung im Bereich Getreideganzpflanzen

Die Grundfutterproduktion basiert in Norddeutschland im wesentlichen auf der Produktion von Gras- und Maissilagen. In den letzten Jahrzehnten ist allerdings eine deutliche Zunahme des Getreideanteils an der Silagebereitung, insbesondere Weizen und Gerste, festzustellen. Gründe hierfür sind zum einen Probleme wie Bodenerosion und N-Verluste, die verstärkt beim Anbau von Mais auftreten. Untersuchungen haben ausserdem gezeigt, daß Fruchtfolgen von Mais und Getreide höhere Erträge erzielen können als Maismonokulturen, speziell auf marginalen Standorten. Darüberhinaus ist Ganzpflanzensilage ein geeignetes Grundfuttermittel der Wiederkäuerfütterung, obwohl die Energiegehalte nicht diejenigen von Silomais erreichen. Die Zahlung von Flächenprämien durch die EU begünstigt zusätzlich den Getreideanbau zur Silagegewinnung gegenüber der Erzeugung von Grassilagen, so daß mit einer weiteren Ausweitung zu rechnen ist.


Ein Modellansatz, der die Ertragsbildung und Futterqualität von Getreide-Ganzpflanzen umfassend abbildet ist unseres Wissens bisher nicht vorhanden. Aus diesem Grund wurde versucht, das am Lehrstuhl entwickelte Modell für Getreide-Ganzpflanzen anzupassen, wobei möglichen Art- und Sortenunterschieden besondere Beachtung zukam. Langfristiges Ziel ist die Bereitstellung eines Prognose-Werkzeugs, mit dem der optimale Erntetermin und die zu erwartenden Qualitäten vorhergesagt werden können.


Datengrundlage der Modellierung bilden mehrere Versuche, die für verschiedene Getreidearten (Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale) und –sorten auf der Versuchsstation Hohenschulen durchgeführt wurden. Modellparameterisierungen wurden neben dem Trockenmasseertrag für Rohprotein, Verdaulichkeit und das Entwicklungsstadium durchgeführt.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine im allgemeinen gute Übereinstimmung zwischen gemessenen und berechneten Daten für alle Getreidearten und betrachteten Ertrags- und Qualitätskriterien. Das Modell konnte ohne Veränderungen der Algorithmen übertragen werden, lediglich für die Verdaulichkeit wurde eine kleine Modifikation eingeführt. Eine Validierung des Modells liegt bisher nur für den Ertrag und Rohproteingehalt von Winterweizen vor, wird aber mit weiteren, in Kürze verfügbaren Daten auch für die noch ausstehenden Qualitätsparameter und Getreidearten durchgeführt werden. Weiterhin geplant ist die modellmäßige Bearbeitung der Energiedichte und die Einbeziehung weiterer Sorten und Anbauregionen. 

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