Abteilung Grünland und Futterbau/Ökologischer Landbau

Green Maize for Blue Water

Der Anbau von Silomais als Futtermittel oder Rohstoff für die Biogasproduktion verzeichnet in Schleswig-Holstein, wie im gesamten Bundesgebiet, eine starke Ausdehnung, da Mais in den meisten Regionen die leistungsfähigste Kulturart darstellt. Angesichts der Intensivierung der tierischen Produktion sowie einer steigenden Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen zur Energiegewinnung ist auch künftig mit steigenden Anbauflächen zu rechnen.

Diese Entwicklung ist aus ökologischer Sicht kritisch zu bewerten, da der Großteil der Mais­produktion auf leichten, auswaschungsgefährdeten Standorten stattfindet, oftmals in Mono­kultur, da Alternativkulturen nicht konkurrenzfähig sind. Darüber hinaus muss davon aus­ge­gangen werden, dass Praxismaisbestände tendenziell mit Stickstoff überversorgt werden. Daraus resultierende hohe Reststickstoff­mengen im Boden nach der Mais­ern­te in Verbindung mit einem langen vegetationsfreien Zeitraum bis zur erneuten Maisansaat bergen das Risiko erhöhter Nitratverlagerungen in das Grund­wasser oder der Eutrophierung von Oberflächengewässern. Neben der Auswaschungs­ge­fahr bergen ho­he Stickstoffmengen im Boden auch das Risiko erhöhter Emis­sionen des Treib­haus­gases N2O. Da­rüber hinaus sind negative Effekte einer Mais­mono­kultur auf den Humus­haushalt anzu­neh­men. Humus ist abgesehen von seiner positiven Wirkung auf boden­ökolo­gische Pro­zes­se und Nährstoffspeicherund ein wichtiger C-Speicher und daher in vieler Hin­sicht klima­re­le­vant. Eine Optimierung des Maisanbaus ist daher nicht nur im Hinblick auf den Gewässerschutz, son­dern auch für den Boden-, Klima- und Naturschutz geboten, wie in den kürzlich verab­schie­deten „Empfehlungen zur Optimierung des Maisanbaus in Schleswig-Holstein“ do­ku­mentiert. Erfolgversprechende Ma­nage­mentmaßnahmen umfassen die Ein­füh­rung von Fruchtfolgen und/oder die Sicherstellung einer Winterbegrünung durch Unter­saaten oder Zwischenfrüchte sowie eine Reduzierung der N-Bi­lanz­salden durch angepasste Düngung (Menge, Platzierung, Terminierung).

Die Leistungen und Umweltwirkungen von Maisproduktionssystemen hängen von einer Vielzahl von Einzelfaktoren (Boden, Klima, Manage­ment) und deren Wechselwirkungen ab welche nur durch den Einsatz geeigneter Modelle entsprechend quan­tifiziert und analy­siert werden kön­nen. Das Ziel des geplanten Forschungsvorhabens umfasst daher die Entwicklung eines Tools zur Prognose der Ertragsbildung, N-Auf­nahme und N-Flüsse in Mais-Zwischenfrucht-Systemen, welches einen wesentlichen Baustein zur Optimierung des Maisanbaus darstellt.

melurProjektpartner

Das Projekt wird finanziert vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

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Versuchsfelder in Ostenfeld (oben) und in Schuby (unten) © Schuch, H. 7-8-2012 

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Versuchsfelder in Ostenfeld (oben) und in Schuby (unten) © Poyda, A. 7-8-2012
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